Software einführen: jugendcampplaner.de startklar machen
Die ersten beiden Einträge dieser Serie haben den Fahrplan und die Datenschutz-Grundlagen der Vereins-Digitalisierung skizziert. Dieser Eintrag wird konkreter: Er beschreibt, wie ein Verein jugendcampplaner.de in der Praxis startklar macht — von der ersten Organisation bis zur ersten laufenden Freizeit. Die Reihenfolge orientiert sich an Schritt 4 (Tool-Auswahl) und Schritt 6 (Rollout) aus dem Fahrplan.
Hinweis: Dieser Eintrag beschreibt den Ablauf allgemein und in Textform, ohne Screenshots. Die konkreten Bezeichnungen und Formularfelder können sich mit künftigen Produkt-Updates leicht ändern; das grundsätzliche Vorgehen bleibt jedoch stabil.
1. Organisation anlegen: Stammdaten und Trägertyp
Der erste Schritt ist immer die eigene Organisation — der zentrale Mandant, unter dem später alle Freizeiten, Betreuer:innen und Teilnehmenden verwaltet werden. Beim Anlegen werden die Stammdaten hinterlegt (Name des Vereins bzw. Trägers, Kontaktangaben, optional ein Vereinslogo, das auf dem Deckblatt des Campbuchs und bei Freizeiten im Paket Pro auch in der Kopfzeile der App erscheint) sowie der Trägertyp gewählt: weltlich, katholisch, evangelisch oder ein anderer kirchlicher Träger. Diese Wahl ist mehr als Formsache — sie steuert, welche rechtlichen Bezüge (DSGVO, KDG oder DSG-EKD) an anderer Stelle der Plattform automatisch die richtigen Paragraphen ziehen, etwa im Datenschutzerklärungs-Generator oder im AVV-Muster. Ein Administrator kann den Trägertyp später in den Organisationseinstellungen ändern, ohne dass Daten verloren gehen. Weil der AVV (Abschnitt 3) an die Fassung für den jeweiligen Trägertyp gebunden ist, sollte der Trägertyp aber vor der Unterzeichnung feststehen: Wer ihn danach ändert, muss den AVV gegebenenfalls in der passenden Fassung erneut unterzeichnen, bevor sich eine neue Freizeit anlegen lässt. Ein anderer kirchlicher Träger nutzt dieselbe AVV-Fassung wie weltliche Träger.
Zur Organisation gehört außerdem eine organisationsweite Einstellung, die vor der ersten Freizeit wichtig wird: der Stand der AVV-Unterzeichnung, einsehbar im Reiter „AVV" der Organisationsseite (mehr dazu in Abschnitt 3). Das gebuchte Paket (Standard, Plus, Pro oder Enterprise) ist dagegen keine organisationsweite Einstellung — es wird, wie in Abschnitt 4 beschrieben, für jede Freizeit einzeln gewählt und dort bei Bedarf per Selbstbedienung hochgestuft.
2. Betreuer:innen einladen und Rollen vergeben
Ein Verein digitalisiert selten allein — als Nächstes kommt das Team an Bord. jugendcampplaner.de bietet dafür zwei Wege: die Einladungslinks und den dauerhaften Einladungscode. Für gezielte Einladungen erstellt ein Admin im Reiter „Einladungslinks" der Organisationsseite einen Einladungslink, der optional mit einer E-Mail-Adresse verknüpft werden kann und immer ein Ablaufdatum trägt (bei der Erstellung wählbar: 7, 14 oder 30 Tage — jeder Einladungslink läuft ab); nach einmaliger Nutzung ist er verbraucht und lässt sich bis dahin auch wieder zurückziehen. Daneben zeigt die Organisationsseite einen dauerhaft gültigen Einladungscode samt kopierbarem Registrierungslink, mit dem sich neue Betreuer:innen eigenständig registrieren können und dabei der richtigen Organisation zugeordnet werden. Dieser Einladungscode gilt unbefristet und sollte deshalb bewusst und sparsam weitergegeben werden, etwa nur direkt im Team statt über öffentliche Kanäle — für gezielte, kontrollierte Einladungen einzelner Personen ist der ablaufende Einladungslink die sicherere Wahl. Unabhängig vom gewählten Weg gilt: Neuen Betreuer:innen sollten zunächst nur die tatsächlich benötigten Rollen zugewiesen werden.
Neue Betreuer:innen freischalten
Wer darf das: Administratoren der Organisation
Wer sich über einen Einladungslink oder mit dem Einladungscode registriert, gehört danach zur Organisation, hat aber noch keinen Zugriff auf deren Daten: Auf dem Dashboard erscheint zunächst „Freigabe ausstehend". Ein Administrator schaltet die Person in der Organisationsverwaltung über den Knopf „Freischalten" an ihrer Betreuer-Karte frei. Erst danach lassen sich der Person Rollen zuweisen.
Direkt nach der Einladung lohnt sich die Vergabe von Rollen. Jede neu angelegte Organisation erhält automatisch fünf Standard-Rollen, die sich in der Praxis bei Freizeiten immer wieder bewähren. Zusätzliche, individuelle Rollen lassen sich jederzeit ergänzen.
| Standard-Rolle | Typischer Einsatzzweck |
|---|---|
| Kinderschutzbeauftragter | Ansprechperson für Schutzauftrag/Krisenmanagement; erhält u. a. Beschwerde- und Eskalationsmeldungen. |
| Freizeitleitung | Verantwortung für die Gesamtorganisation einer einzelnen Freizeit. |
| Ersthelfer | Ansprechperson für Erste-Hilfe-Situationen vor Ort. |
| Teamleitung | Fachliche Leitung einzelner Teilbereiche oder Gruppen. |
| CRM | Zugang zum CRM der Organisation; einzelne Bereiche wie die Massenmail bleiben dem Inhaber und den Administratoren vorbehalten. |
Rollen sind organisationsweit definiert und werden pro Betreuer:in zugewiesen; ein Betreuer kann mehrere Rollen gleichzeitig innehaben. Wichtig für den Rollout: Rollen früh vergeben, statt sie „bei Bedarf" nachzureichen — insbesondere die Rolle Kinderschutzbeauftragter sollte vor der ersten Freizeit besetzt sein, weil mehrere Sicherheits-Workflows der Plattform (Beschwerden, Eskalationen) auf sie referenzieren.
3. AVV unterzeichnen: Voraussetzung für die erste Freizeit
Bevor sich die erste Freizeit anlegen lässt, muss der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) zwischen dem Verein und jugendcampplaner.de unterzeichnet sein — das Anlegen einer neuen Freizeit ist technisch gesperrt, solange kein aktuell gültiger, unterzeichneter AVV vorliegt. Die Unterzeichnung erfolgt rechtsverbindlich in Textform im Reiter „AVV" der Organisationsseite; ein öffentliches AVV-Muster zur Vorab-Prüfung steht unabhängig davon ebenfalls zur Verfügung (siehe der vorherige Eintrag „Recht & Datenschutz beim Digitalisieren" dieser Serie). Am einfachsten lässt sich dieser Schritt direkt im Anschluss an die Team-Einladung erledigen, damit er beim Anlegen der ersten Freizeit nicht mehr im Weg steht.
4. Erste Freizeit anlegen und passende Module aktivieren
Mit angelegter Organisation, eingeladenem Team und unterzeichnetem AVV folgt die erste Freizeit — der zentrale Arbeitsraum für Teilnehmerverwaltung, Anwesenheit, Ereignisse und alle weiteren Module. Beim Anlegen werden Basisdaten wie Name, Zeitraum und Ort hinterlegt; danach lässt sich die Freizeit schrittweise mit Teilnehmenden, Betreuer:innen-Zuordnungen und Ereignistypen befüllen.
Welche Module dabei zur Verfügung stehen, hängt vom Paket ab, das für diese Freizeit gewählt wird — das Paket ist, wie in Abschnitt 1 erwähnt, eine Freizeit-Einstellung, keine organisationsweite. Jedes Paket bringt ein Set an Modulen mit; die Tabelle unten zeigt die Grundbelegung, die die Plattform festlegt und ändern kann — für eine bereits angelegte Freizeit bleibt der Stand ihrer Module dabei erhalten. Einzelne Zusatzmodule lassen sich unabhängig vom Basis-Paket dazu buchen, sodass ein Verein nicht sofort ins nächsthöhere Paket wechseln muss, nur um ein einzelnes Modul zu nutzen. Die Gesichtserkennung ist davon ausgenommen: sie ist derzeit plattformweit deaktiviert und lässt sich weder dazubuchen noch nutzen.
| Paket | Beispielhafte Module |
|---|---|
| Standard | Teilnehmerverwaltung & Import, Anwesenheit & Ausgänge, Ereignisse & Regeln, Dokumente, Handlungsleitfäden, Krisen-Vorgänge, Präventionsstufen, Betreuer-Anwesenheit. |
| Plus | zusätzlich Küchendienst & Kurse, Gästeliste & Ausleihvorgänge, Wiki-Artikel, Aktivitäten. |
| Pro | zusätzlich Betreuer- & Fahrdienst-Abrechnungen, Nachtwache & Berichte, Rotationsplaner sowie die Gesichtserkennung (derzeit plattformweit deaktiviert). |
| Enterprise | individuell vereinbarter Funktionsumfang; wird nicht per Selbstbedienung, sondern im persönlichen Gespräch konfiguriert. |
Ein Admin kann jederzeit auf der jeweiligen Freizeit (im Bearbeiten-Bereich der Freizeit) den aktuellen Modul-Stand einsehen, das Paket dieser Freizeit upgraden oder ein einzelnes Zusatzmodul unabhängig vom Paket dazubuchen — jede Aktivierung greift sofort, ohne dass bestehende Daten migriert werden müssen. Für den Rollout empfiehlt es sich, zunächst nur die Module zu aktivieren, die im Alltag tatsächlich gebraucht werden, und weitere Module erst hinzuzunehmen, wenn das Team mit den Grundfunktionen vertraut ist — das senkt die Einstiegshürde spürbar.
5. Go-live-Checkliste
Bevor die erste echte Freizeit mit Teilnehmenden „scharf" geschaltet wird, hilft ein kurzer Check, ob die wichtigsten Grundlagen stehen:
| Punkt | Worauf zu achten ist |
|---|---|
| Organisation vollständig | Stammdaten und Trägertyp korrekt hinterlegt (Abschnitt 1). |
| Team eingeladen | Alle relevanten Betreuer:innen registriert, zentrale Rollen (insbesondere Kinderschutzbeauftragter) vergeben (Abschnitt 2). |
| Passende Module aktiv | Nur die im Alltag benötigten Module aktiviert; unnötige Module bewusst weggelassen, um die Oberfläche schlank zu halten (Abschnitt 4). |
| Rechtliche Grundlagen geklärt | AVV bereits unterzeichnet — ohne ihn ließe sich keine Freizeit anlegen, siehe Abschnitt 3 — und Datenschutzerklärung geprüft bzw. erstellt; mehr dazu im vorherigen Eintrag „Recht & Datenschutz beim Digitalisieren" dieser Serie. |
| Team geschult | Kurze Einweisung fürs Team eingeplant, insbesondere für Betreuer:innen ohne bisherige Erfahrung mit der Plattform — siehe der nächste Eintrag dieser Serie. |
| Erste Freizeit als Testlauf | Wenn möglich, die erste Freizeit mit überschaubarer Teilnehmerzahl starten, um Abläufe im Team einzuspielen, bevor eine größere Freizeit folgt. |
jugendcampplaner.de unterstützt Vereine bei der technischen Umsetzung dieser Punkte — die inhaltliche Verantwortung für Vollständigkeit und Richtigkeit der eigenen Angaben bleibt beim Verein selbst.
Nächster Schritt: Das Team mitnehmen: Change-Management im Ehrenamt →